Feuerbach vor 102 Jahren ... |
Juni 1899 |
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9. Juni |
Blühende Trauben wurden gefunden.
Liegenschaftsverkäufe im Gesamtumsatz von 120.604 M.
Die Kollegien beraten über die neue Friedhofordnung. Es
wird der Gehalt eines Leichenhaus- und Friedhofverwalters
und Totengräbers (600 M nebst freier Wohnung)
festgelegt. |
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16. Juni |
In einer Kollegien-Sitzung wird bezug genommen auf den
vorerwähnten Artikel der Weingärtner, die
Aufstellungen darin als unwahr bezeichnet und zur
Tagesordnung übergegangen. Genehmigung der Dohlenanlage
in der Brand- und Geisstraße, ebenso in der
Tunnelstraße (Voranschlag 4200M). |
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20. Juni |
Im Pragsattel wird ein Ulane gefunden, dem ein
Fuß abgefahren ist. |
Juli 1899 |
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3. Juli |
Sitzung des Verschönerungsvereins. Die Anlagen im Burgenwäldle (750 M) finden allgemeinen Anklang. Größeres kann zunächst nicht unternommen werden, wegen Geldmangels. Beabsichtigt ist ein Abstieg vom Hornkopf auf den Korntalerweg. Am 28. Mai 1900 wurde diese Treppe fertiggestellt. |
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12. Juli |
Es werden vom Gewerbeverein Unterhandlungen eingeleitet wegen Stromlieferung vom elektrischen Werk, Altbach her. |
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22. Juli |
Ingenieur Taaks vom Altbacher Werk hält einen Vortrag über elektrische Energie in Erwartung eines Anschlusses der Gemeinde Feuerbach an dieses Unternehmen. |
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24. Juli |
Beschluss der Kollegien, dass die Schülerbäder (eigentlich nur Douschen) in Wendel´s Badanstalt von der Gemeindekasse übernommen werden. |
August 1899 |
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5. August |
Gewählt werden Polizeiwachtmeister Schiber, sie
Polizeidiener Heinrich Epple, P. Fr. Ziegler und Albert
Berger, sowie Totengräber Bergetz. |
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21. August |
Kindesmord. Im Abort des Wirtshauses zur Kanne" wurde ein totes Kind gefunden, die unnatürliche Mutter wurde ermittelt und verhaftet. |
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23. August |
Gründung der literarischen Vereinigung". |
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25. August |
Kollegialbeschluss: Nach Abtragung der Bellevuescheuer zeigt sich das Spitäle" als reparaturbedürftig. Da es 240 M Mietzins abwirft, wird beschlossen von seiner Abtragung vorerst abzusehen und einige Hundert Mark auf seine Ausbesserung zu verwenden. |
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26. August |
Kaisermanöver in Sicht (8.-10. Sept.) Einquartierung. Die Versteigerung des Obstes von den Gemeindegütern findet statt. Dasselbe wird geschätzt auf 497 Simri. Erlös aus denselben 1501 M 50 Pf (ca. 3 M pro Simri). |
September 1899 |
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3. September |
Das sechzigjährige Jubelfest des
Liederkranzes". Festzug, Festreiter, Radfahrer,
Musikkorps Feuerbach, Festdamen alte Standarte mit dem
einzigen noch lebenden Sangesveteran aus der Zeit der
Gründung zu Wagen, 18 auswärtige, 14 Feuerbacher
Vereine. |
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7. September |
Kaiserparade auf dem Cannstatter Exerzierplatz. |
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8. September |
Liegenschaftsverkäufe: Gesamtumsatz 119.500 M. |
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16. September |
Auf der photographischen Ausstellung in Stuttgart hat die Firma J. Hauff & Cie hier die goldene Medaille mit Ehren-Urkunde erhalten für verdienstvolle Leistungen und Erfindung photographischen Entwickler. |
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19. September |
In der Fabrik der Firma Ziemann hier wurde heute einem Arbeiter ein Fuß abgeschlagen. In der Fabrik der Firma Haushahn wurde ein Arbeiter durch ein herunterfallendes Eisen sehr schwer verletzt. |
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22. September |
Die Stadtgemeinde Stuttgart beabsichtigt in
nächster Nähe unserer Markungsgrenze eine
Fäkalgrube anzulegen. Es ist hiergegen von hiesiger
Gemeinde Protest erhoben worden. Stuttgart ist aber auf
seinem Vorhaben beharrt. Die Gemeinde Feuerbach
beschließt nun, alles aufzubieten, um die Sache zu
hintertreiben und beauftragt einen Rechtsanwalt mit der
Angelegenheit. |
Oktober 1899 |
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1. Oktober |
Ein Bitte der hiesigen Volkschullehrer um Einführung einer örtlichen Gehaltsskala, sowie einer Aufbesserung der Gehalte der unständigen Lehrer wird genehmigt (die allgemeine Landesskala beträgt 1200-2000 M). |
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11. Oktober |
Christ. Brauch, Schreinermeister und Adolf Falk, Drechslermeister erhalten das Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste bei der Feuerwehr. |
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13. Oktober |
Die Leistungen der Realschule entsprechen nicht den
Erwartungen. Die Schüler aus der oberen Klasse
(12-14jährig) werden beim Übertritt in Stuttgarter
Parallelklassen wo sie die Ausbildung bis zum
Einjährigen-Freiwilligen-Examen vollenden sollen, mit
wenigen Ausnahmen nicht aufgenommen. Dagegen bezieht der
oberste Lehrer mit 5-6 Schülern einen Gehalt von 3200
M, so dass auf einen Schüler ein öffentlicher
Aufwand von 640 M jährlich kommt. Die Studienkommision
ist auch der Meinung, dass die Realschule die gehegten
Erwartungen nicht in vollem Maß erfülle,
schlägt aber zunächst eine Schulgeldreduktion auf
24 M in den oberen und 16 M in den unteren Klassen vor. Es
wird beschlossen, die oberen Klassen aufzuheben, sodass die
Anstalt die Schüler bloß zum 10. Jahr ausbildet,
von wo aus sie dann leichter in den Stuttgarter Klassen
ausgebildet werden können, die Elementarklasse nach
Jahrgängen zu teilen und 2 Lehrern zu übertragen,
das Schulgeld auf 30 resp. 20 M zu ermäßigen,
dabei aber sämtliche Freistellen aufzuheben. Dieser
Beschluss wird dem Kultministerium Abteilung für
Gelehrten und Realschulen vorgelegt. |
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16. Oktober |
Ökonom Haffner will von der Verpflichtung die
Hälfte der Farrenhaltung zu besorgen entbunden sein.
Ökonom Karl Siegle übernimmt zu seiner Hälfte
auch noch diese, beansprucht aber dafür neben dem
Genuss des Ertrags der Farrengüter eine
Entschädigung von 185 M p.J. (Jak. Haffner erhielt 115
M). Dieses Mehr erklärt Haffner draufzulegen. Sigle
wird verpflichtet, stets 4 sprungfähige Farren zu
halten. |
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30. Oktober |
Der Gewerbeverein, dem das Unternehmen von Altbach
nicht leistungsfähig und sicher genug erscheint,
schlägt vor, sich wegen Lieferung von elektrischer
Kraft mit dem Stuttgarter Elektrizitätswerk in
Verbindung zu setzen. |